Familie Lindner

Familie Lindner, Zeppelinstraße

Henriette Lindner geb. Weil:

geboren am    14.03.1868 in Donaueschingen

deportiert am 22.10.1940 in das französische Internierungslager Gurs, zusammen mit 7500 badischen und pfälzischen Juden
gestorben am 22.10.1944 im Internierungslager Perpignan/Frankreich

Max Lindner:

geboren am 31.07.1897 in Donaueschingen
gestorben am 29.01.1966 in New York

Melitta Lindner geb. Adler:

geboren am 24.01.1902 in Urspringen bei Würzburg
gestorben im Jahr 1984 in New York

Doris Lindner:

geboren am 29.07.1934 in Donaueschingen
gestorben am 27.12.1989 in New York


 

In der Zeppelinstraße lebte die Familie Lindner schon seit mehreren Generationen in Donaueschingen und führte hier ein Konfektionsgeschäft.

Max Lindner übernahm nach dem Tod seines Vater 1924 das Konfektionsgeschäft.
Seine Mutter und seiner Schwester arbeiteten mit in dem Geschäft.
Im Jahr 1926 heiratete Augusta Lindner Max Levi und zog zu ihrem Mann nach Rastatt. Max Lindner heiratete im selben Jahr Melitta Adler und führte nun das Geschäft mit seiner Frau und seiner Mutter weiter.

So erlebte die Familie den Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung am 10.11.1938 in Donaueschingen

Die 70 jährige Henriette Lindner, ihre Schwiegertochter Melitta und ihre vier Jahre alte Enkeltochter Doris waren an diesem Tag allein zu Hause. Eine Horde SA-Leute in Zivil drangen in das Haus ein und zerstörten die Geschäftsräume und das Mobiliar in der Wohnung der Familie. Draußen auf der Straße mussten Schüler aus den hiesigen Schulen das brutale Treiben mitansehen. Max Lindner befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht in Donaueschingen, wie er in seinen Wiedergutmachungsunterlagen selbst berichtet, war er in Heilbronn um seine Ausreise vorzubereiten.

Max Lindner flüchtete mit Frau und Tochter am 06.04.1939 über Frankreich und dann mit einem Schiff nach New York, während Henriette Lindner zu ihrer Tochter nach Rastatt zog und von dort in einem sogenannten Judenhaus nach Karlsruhe eingewiesen wurde. Von hier wurde sie am 22.10.1940 zusammen mit 6500 badischen und pfälzischen Juden in das französische Internierungslager Gurs deportiert.
1944 starb Henriette Lindner in Perpignan/Frankreich. Ihrer Tochter Augusta Levi und ihrem Ehemann Max Levi gelang noch die Ausreise in die USA. Das Haus in der Zeppelinstraße wurde bei dem Bombenangriff am 2. Februar 1945 zerstört.

Informationen zu dem französische Internierungslager Gurs finden Sie unter “Familie Guggenheim”.